FIVET - Künstliche Befruchtung
Wenn ein Paar sich ein Baby wünscht und der ersehnte Nachwuchs ausbleibt, kann dies mitunter sehr bitter sein. Ein Kinderwunsch gehört zu den existenziellen Wünschen im Leben, die man kaum mit etwas anderem vergleichen kann. Die Sehnsucht nach einem Kind lässt sich nicht mit anderen, materiellen Dingen befriedigen. Kein Wunder also, dass immer mehr Paare, bei denen sich auf natürlichem Wege keine Schwangerschaft einstellen will, eine Kinderwunschklinik aufsuchen. Ungewollte Kinderlosigkeit muss heute nicht mehr als unabänderliches Schicksal hingenommen werden. Mit hochmodernen Methoden können die Reproduktionsmediziner heute bereits sehr vielen Paaren helfen. Die künstliche Befruchtung wird auch In-Vitro-Fertilisation, kurz FIVET oder IVF, genannt. Der Begriff "in vitro" bezieht sich dabei auf die Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers.Mit dem Thema künstliche Befruchtung sind bei vielen Paaren verständlicherweise Ängste und große Unsicherheiten verbunden. FIVET ist zwar heute keine Seltenheit mehr, immer mehr Kinder, die in vitro gezeugt worden sind, kommen zur Welt. Und dennoch stellt die künstliche Befruchtung oft noch eine Art Tabuthema da - und dies macht es den betroffenen Paaren noch schwerer, offen mit dem Sachverhalt umzugehen. Viele Befürchtungen von Betroffenen und Außenstehenden resultieren schlicht aus Unwissenheit, was den Ablauf einer solchen FIVET angeht. Deswegen wird jede seriöse Kinderwunschklinik zunächst einmal mit dem Paar ein ausführliches Aufklärungsgespräch führen. In einem solchen Aufklärungsgespräch geht es im Wesentlichen darum, ob bestimmte Vorerkrankungen oder etwaige pathologische Befunde bekannt sind, die Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit sein könnten. Die Möglichkeiten der Diagnostik, die grundsätzlich vor jeder Behandlung steht, werden ausgiebig erörtert, ebenso der genaue Ablauf einer künstlichen Befruchtung. Natürlich sollte auch die Frage nach den Kosten, die durch eine FIVET entstehen, im Rahmen eines Erstgespräches thematisiert werden. Oft können hier aber seitens der Ärzte nur grobe Schätzwerke abgegeben werden, da der Preis für die Medikamente, die bei der FIVET eingesetzt werden, einen großen Posten ausmacht. Welche Dosis an Medikamenten gebraucht wird, ist aber oft von Frau zu Frau sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, die vorher nur schwer einzuschätzen sind. Grobe Richtwerte und Preisspannen sollten aber in jedem Falle genannt werden: Eine entsprechend große Klinik hat Erfahrungswerte, an denen ein Paar sich orientieren kann.
Der schematische Ablauf einer künstlichen Befruchtung sieht also zunächst eine hormonelle Stimulation der Frau vor. Normalerweise reift pro Zyklus nur ein Ei heran. Damit man aber eine möglichst große Auswahl an Eizellen hat, wird regelmäßig ein Medikament gespritzt, welches die Anzahl der heranwachsenden Follikel vergrößert. Natürlich ist es für die meisten Patientinnen eine große Hemmschwelle, sich selbst erstmals ein Medikament zu spritzen. Die überwiegende Mehrheit der Frauen berichtet aber, dass dies kein Problem gewesen sei: Die Nadeln sind sehr dünn und der Einstich ist dementsprechend kaum spürbar. Während der Phase dieser hormonellen Stimulation wird die Anzahl der Follikel regelmäßig vom Arzt via Ultraschall kontrolliert. Wenn genügend große Follikel vorhanden sind, werden diese in der so genannten Follikelpunktion abgesaugt. Meist geschieht dies in einer kurzen Narkose. Dabei saugt der Arzt unter Ultraschallkontrolle die Follikel aus dem Inneren des Körpers in eine Art dünnen Schlauch ab, der anschließend den Biologen, die in der Praxis arbeiten, übergeben wird. Diese kontrollieren, ob die Eizellen reif sind. Alle reifen Eizellen werden anschließend in der Petrischale, also in vitro, mit dem Sperma des Mannes zusammengebracht. Das Sperma wird im Regelfall durch Masturbation in der Praxis gewonnen. Verständlicherweise fällt auch dies vielen Männern in einer solchen Situation nicht leicht. Am nächsten Tag wird unter dem Mikroskop kontrolliert, wie viele Eizellen sich haben befruchten lassen. Es ist durchaus normal, dass sich nicht jede Eizelle befruchten lässt, dies ist auch bei der natürlichen Zeugung nicht anders!
Etwa zwei bis fünf Tage nach der Follikelpunktion kommt es zum so genannten Embryotransfer. Dabei werden die befruchteten Eizellen mit einem dünnen Schlauch zurück in die Gebärmutter gebracht. Dieser Vorgang ist praktisch schmerzfrei. Anschließend gilt es zu hoffen, dass eine der maximal drei eingebrachten Eizellen sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Etwa 14 Tage nach dem Transfer wird ein Bluttest gemacht. Falls eine Schwangerschaft eingetreten ist, wird hier das Hormon hcg festgestellt.