Psychologischer Dienst
Der psychologische Dienst wird im Krankenhaus sowohl bei akuten als auch bei andauernden psychischen Belastungen infolge von Krankheiten tätig. Darüber hinaus gibt es auch einen Notfallpsychologischen Dienst für Österreich, der zentral organisiert ist.Psychologischer Dienst im Krankenhaus
Bei psychosozialen und seelischen Belastungen, die zusammenhängend mit einer Krankheit auftreten, berät der psychologische Dienst in den Bereichen:
- persönliche Krankheitsverarbeitung
- Krisenintervention, wenn akute Belastungen auftreten
- Partnerschaft und Familie
- Betreuung von gefährdeten Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Familien
- berufliches und soziales Umfeld
- Motivationsausformung im Vorfeld medizinischer Behandlungen
- Psychoedukation
- Diagnostik
Auch begleitende Angebote macht der psychologische Dienst des Krankenhauses. In Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen, insbesondere den behandelnden Ärzten und Pflegern, wird eine stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlung unterstützt. Auch Sterbebegleitung wird auf Wunsch durchgeführt. Während eines Patientenaufenthaltes bietet der psychologische Dienst Familien- und Paartherapien an. Hier besteht das Ziel darin, depressive Verstimmungen und Ängste abzubauen. Als Mittel werden unter anderem Entspannungsverfahren gelehrt, darüber hinaus vermittelt der psychologische Dienst den Kontakt zu Psychotherapeuten, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in Wohnortnähe der Patienten. Bei Bedarf werden Aufenthalte in psychotherapeutischen Einrichtungen vermittelt.
Notfallpsychologischer Dienst Österreichs
Der Notfallpsychologische Dienst (Hotline: 0699-18855400) leitet in akuten Situationen eine erste Intervention ein. Die Inanspruchnahme kann von Einzelpersonen und Gruppen, Menschen in psychischen Notlagen und ihren Angehörigen, Opfern von Extremereignissen und ihren Helfern in Anspruch genommen werden. Es werden individuell angepasste, differenzierte Maßnahmen ergriffen. Auch die notfallpsychologische Nachsorge gehört dazu, hier ist aber auch der psychologische Dienst des Krankenhauses ein geeigneter Ansprechpartner. Insbesondere wenn anhaltende Traumafolgen zu bewältigen sind, ist ein dauerhaft verfügbarer psychologischer Dienst sehr wertvoll. Im Krankenhaus werden ebenso wie beim NDÖ Schulungen angeboten, die Themenbereiche aus der Psychotraumatologie aufgreifen. Dazu gehören die psychische Erste Hilfe, Stressmanagement, Jahrestagbewältigung und der Umgang mit Betroffenen. Die notfallpsychologische Organisationsberatung bietet Coaching von Krisenmanagern und Entscheidungsträgern an wie die richtige Pressebetreuung, Informationsplatzierung und rituelle Verarbeitung von Traumaereignissen. Weiters wird eine Konzepterarbeitung zur Krisenprophylaxe angeboten.
Psychische Extremsituationen
Die Notfallpsychologie unterscheidet sich insofern von der lang andauernden psychischen Betreuung erkrankter Personen, als dass sie auf plötzliche und/oder schwerwiegende Ereignisse reagieren muss. Dazu zählen der Tod Nahestehender, die persönliche Lebensgefahr, die Beobachtung schrecklicher Ereignisse, Unfälle mit Verstümmelungen sowie sehr plötzlich auftretende schwerwiegende Depressionen, zum Beispiel infolge eines Burn-outs. Wie die Ereignisse zustande kommen, ist unerheblich, es kann sich um natürliche Katastrophen, Großschadensereignisse durch Unfälle und akute innere Krisen handeln. Es können Einzelpersonen, Gruppen sich fremder Menschen oder Familien und Nachbarn betroffen sein. Auf jede dieser Krisen muss unter Zeitdruck reagiert werden, was sich von einer gezielten Therapie nach ausführlicher Anamnese unterscheidet. Die Folgen wiederum ähneln sich bei Traumata mit denen langwieriger psychischer Erkrankungen. Es treten Angst- und Schlafstörungen, Depressionen, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall bis zur Arbeitsunfähigkeit und diverse körperliche Symptome auf.