Unfallchirurgie
Die Unfallchirurgie stellt zunächst mit operativen Verfahren die durch einen Unfall beschädigten Körperstrukturen wieder her, es schließen sich konservative Verfahrung zur Rehabilitation an, in der Regel eine Physiotherapie. Die erste Aufgabe der Unfallchirurgie besteht nach einem Unfall darin, die im Bewegungsapparat und Organsystem beschädigten Strukturen durch geeignete Sofortmaßnahmen zu retten, sodass die Chance auf eine vollständige Genesung geben ist. Die wichtigsten Begründer der Unfallchirurgie sind im deutschen Sprachraum Carl Thiem, Lorenz Böhler, Ludwig Rehn, Martin Kirschner und Gerhard Küntscher, sie wirkten fast durchweg zwischen dem Ende des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.Die häufigsten Unfallverletzungen
Von Unfällen sind fast immer Skelett, Muskeln, Sehnen und Bänder betroffen, daneben Brust- und Bauchorgane, Gehirn und Rückenmark. Bei den Frakturen treten am häufigsten die distale Radiusfraktur, Frakturen am Oberarmschaft, Oberschenkelhals, Sprunggelenk sowie die pertrochantäre Femurfraktur auf, bei den Bändern sind es die vordere Kreuzbandruptur, eine Außenbandruptur am oberen Sprunggelenk, eine Seitenbandruptur des Daumens (der sogenannte Skidaumen) sowie die Schultereckgelenksverrenkung. Wenn die Unfallopfer Kinder sind, gelten aufgrund des noch wachsenden Organismus besondere Anforderungen, derer sich die Kindertraumatologie annimmt. Eine spezielle Unterabteilung in der Unfallchirurgie behandelt pathologische Frakturen. Das sind durch Tumore verursachte Knochenbrüche, die durch keinen oder nur einen sehr geringfügigen Unfall ausgelöst werden. Die Behandlungsverfahren sind sich mit denen der Unfallchirurgie sehr ähnlich, weshalb sie von Unfallchirurgen übernommen werden. Auch Gelenkersatzoperationen (Hüft- und Kniegelenk) nehmen Unfallchirurgen oft vor, bei unterschiedlicher Indikationsstellung zur Orthopädie. Die Abläufe in der Unfallchirurgie beginnen mit der Notaufnahme, wo Patienten stabilisiert werden. Dann erfolgt die weiterführende Behandlung. Fast immer muss über diese in der Unfallchirurgie sehr zeitnah entschieden werden, in der Regel binnen Minuten. Das bedeutet nicht, dass jede Operation sofort ausgeführt wird, ein Unfallarzt muss jedoch in kürzester Zeit einschätzen, welche Traumatherapie sofort anzuwenden ist, damit irreversible Schäden bis hin zum Tod des Patienten vermieden werden. Unfälle können immer passieren - nicht nur bei der Arbeit sondern auch in der Freizeit. In Österreich gibt es die gesetzliche Unfallversicherung die aber nur bei einem Arbeitsunfall weitere Behandlungskosten übernimmt. Eine private Unfallversicherung ist deshalb kaum verzichtbar und sollte jeder haben. Mehr Informationen zum Thema sind auf Private-Unfallversicherung.at zu finden.
Die Ausstattung einer Unfallchirurgie
Als Beispiel kann die unfallchirurgische Station des Krankenhauses Wien Lorenz Böhler beschrieben werden. Dort stehen auf vier Stationen 118 Betten bereit, über weitere 10 Betten verfügt die Intensivmedizin und Anästhesie. Zur Ausstattung gehören ein medizinisch-chirurgisches Labor, ein Schockraum mit Computer-Tomographie und Röntgen (Magnetresonanz-Tomograph, Angiographie, farbcodierte Doppler-Sonographie, Bildwandler, Ultraschall), 6 Operationssäle sowie die Physiotherapie. In dieser werden Unfallpatienten zur Rehabilitation stationär und ambulant betreut. Es werden Einzel- und Gruppengymnastik, Elektro- und Lasertherapie, Lymphdrainage sowie Ergo- und Ultraschalltherapie durchgeführt. Das Wiener Unfallkrankenhaus verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz wie die meisten unfallchirurgischen Stationen.